Meine Liebe zum Portrait

Oder von der Kunst, Nicht-Sichtbares sichtbar zu machen

2. Oktober 2026 | 1 Min. Lesezeit

Eigentlich ist es paradox, etwas einfangen und ausdrücken zu wollen, das nicht materiell ist. Eine Stimmung, einen Moment, die Essenz. Etwas, das durch die Materie hindurch schimmert, im Wechselspiel von Licht und Farben auf der Haut erscheint, in einer Bewegung aufblitzt und uns manchmal sogar direkt ansieht. Und doch ist es genau das, was mich berührt, magisch anzieht und in Schaffenslaune versetzt. Hin und wieder gelingt das Wunder: Der Pinsel schiebt die Farben auf dem Papier hin und her, ein Strich gelingt, und es ist etwas da, das mehr ist als Papier und Farbe. Vielleicht ist es Teil der Energie, Kraft und Liebe, die während des Prozesses einfließen, wer weiß.

Im Bücherregal meiner Eltern gab es diesen dicken Wälzer mit einem Überblick über klassische Gemälde und Bilder aus den unterschiedlichsten Epochen: von der Renaissance und dem Barock über Impressionismus und Realismus bis hin zur Moderne, mit Werken von Leonardo da Vinci, Rembrandt, Dürer, Monet, Picasso und vielen anderen Meistern. Als Kind war es für mich immer wie ein besonders schönes Bilderbuch, voller Geschichten mit all den Menschen, die darin zu sehen sind.

Als Jugendliche zeichnete ich etliche dieser Menschen und Gesichter nach. Die Zeichnung vom Mönch entstand in dieser Zeit, als Kunst für mich immer wichtiger wurde, und ist eine der wenigen Arbeiten, die ich immer noch habe.

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